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Inhouse oder offenes Seminar? Eine Entscheidungshilfe

7. Sept.
3 Min. Lesezeit

Wenn im Herbst das Fortbildungsbudget für das kommende Jahr verplant wird, stellt sich in Jobcentern und Sozialämtern regelmäßig dieselbe Frage. Nicht: Welches Thema brauchen wir? Das ist meistens klar. Sondern: Schicken wir einzelne Personen in offene Seminare – oder holen wir die Schulung ins Haus?


Die Frage wird häufig als reine Kostenfrage behandelt. Das greift zu kurz. Beide Formate erzeugen unterschiedliche Wirkungen, und die Entscheidung fällt sinnvollerweise über den Zweck, nicht über den Rechnungsbetrag.


Dieser Beitrag ist eine Entscheidungshilfe für Führungskräfte, Fachaufsicht und alle, die Fortbildungsbedarfe planen und begründen müssen.


Die richtige Ausgangsfrage


Bevor man Formate vergleicht, lohnt eine Vorentscheidung. Sie lautet: Soll eine Person etwas können – oder soll ein Team etwas gemeinsam anders machen?


Geht es darum, dass eine bestimmte Fachkraft eine Wissenslücke schließt, ist das offene Seminar der direkte Weg. Geht es darum, dass ein Team künftig einheitlich entscheidet, dokumentiert oder übergibt, reicht individuelles Wissen nicht aus. Dann braucht es einen gemeinsamen Stand – und den erzeugt eine Veranstaltung, an der alle Beteiligten teilnehmen.



Wann das offene Seminar die richtige Wahl ist


  • Es geht um einzelne Personen oder eine kleine Gruppe, nicht um ein ganzes Team.

  • Der Bedarf ist punktuell – eine neue Aufgabe, ein Zuständigkeitswechsel, eine Rechtsänderung im eigenen Arbeitsbereich.

  • Der Austausch über Häuser hinweg ist erwünscht. In offenen Seminaren sitzen Teilnehmende aus unterschiedlichen Jobcentern, Sozialämtern und Trägern zusammen. Wie andere Häuser dieselbe Frage lösen, ist oft der unterschätzte Mehrwert.

  • Es soll schnell gehen. Termine stehen fest, die Buchung ist ohne Vorlauf möglich.

  • Das Budget ist klein oder auf einzelne Personen zugeschnitten.


Alle Termine finden Sie in der Veranstaltungsübersicht; für neue und quereinsteigende Mitarbeitende gibt es zusätzlich die Einsteigerseminare.


Wann sich die Inhouse-Veranstaltung lohnt


Inhouse-Seminare werden exklusiv für Ihre Einrichtung durchgeführt, bundesweit, online oder in Präsenz, ab fünf Teilnehmenden. Sie lohnen sich, wenn eine dieser Bedingungen zutrifft:


  • Mehrere Mitarbeitende brauchen dasselbe Thema. Ab einer gewissen Teilnehmerzahl ist die exklusive Durchführung nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch wirksamer.

  • Die Inhalte sollen auf Ihr Haus zugeschnitten sein. Fallbeispiele, Schwerpunkte und Vertiefungen lassen sich an Ihre Arbeitsrealität anpassen.

  • Interne Themen gehören dazu. Ergebnisse der Fachaufsicht, eigene Bescheidmuster, hausinterne Abläufe – all das lässt sich in einem geschützten Rahmen offen besprechen. In einem offenen Seminar mit Teilnehmenden aus anderen Häusern geht das nicht.

  • Es soll ein einheitlicher Stand entstehen. Wenn alle dieselbe Schulung gehört haben, entfällt die Übersetzungsarbeit hinterher.

  • Reisezeiten und Ausfallzeiten sollen gering bleiben.


Die Entscheidung im Überblick


Kriterium

Offenes Seminar

Inhouse-Veranstaltung

Zielgruppe

einzelne Fachkräfte oder kleine Gruppen

ganzes Team oder mehrere Teams, ab 5 Teilnehmenden

Inhalte

festes Curriculum, breit anwendbar

auf Ihr Haus zugeschnitten

Interne Themen

nicht möglich

geschützter Rahmen, vertraulich

Termin

feststehend, sofort buchbar

frei vereinbar, mit Vorlauf

Ort

überwiegend online

online oder vor Ort, bundesweit

Format

Seminar, Workshop oder LUNCH&LEARN nach Ausschreibung

Online-Workshop, Kurzformat oder Ganztagesseminar nach Bedarf

Nebeneffekt

Austausch mit anderen Häusern

einheitlicher Stand im eigenen Haus

Typischer Anlass

neue Aufgabe einer Person, Wissenslücke

Rechtsänderung, Fehlerhäufung, Teamentwicklung


Als Faustregel: Das offene Seminar bringt Wissen in den Kopf einzelner Fachkräfte. Die Inhouse-Veranstaltung bringt es in die Arbeitsweise eines Teams.



Drei Wege zu einer Inhouse-Veranstaltung


Eine Inhouse-Schulung muss nicht bei null beginnen. Es gibt drei Wege, die sich im Aufwand deutlich unterscheiden:


  1. Bestehendes Seminar exklusiv buchen. Sie wählen eine Veranstaltung aus dem offenen Angebot und führen sie exklusiv für Ihre Organisation durch. Der schnellste Weg.

  2. Bestehendes Seminar individuell anpassen. Inhalte, Fallbeispiele und Schwerpunkte werden auf Ihre Anforderungen zugeschnitten.

  3. Individuelle Veranstaltung neu konzipieren. Gemeinsam entwickeln wir ein Schulungskonzept, das es so noch nicht gibt – sinnvoll bei hausspezifischen Prozessen oder ungewöhnlichen Themenzuschnitten.


Was eine Anfrage braucht


Damit ein belastbares Angebot entstehen kann, helfen uns wenige Angaben. Wer diese Punkte vorab im Haus klärt, verkürzt den Abstimmungsweg erheblich:


  • Thema oder Seminarcode aus dem offenen Angebot

  • Zielgruppe und ungefähre Teilnehmerzahl

  • gewünschte Durchführungsart: online, Präsenz oder offen

  • Dauer und Terminwunsch oder Zeitraum

  • Veranstaltungsort, falls Präsenz gewünscht ist

  • besondere Schwerpunkte, etwa Ergebnisse aus der Fachaufsicht oder wiederkehrende Fehlerquellen


Das Anfrageformular auf der Seite Inhouse-Veranstaltungen fragt genau diese Punkte ab. Die Anfrage ist unverbindlich; wir melden uns zeitnah zurück und besprechen die passende Lösung.



Wenn keines von beiden passt


Manche Bedarfe lassen sich weder mit einem offenen Seminar noch mit einer einzelnen Inhouse-Schulung lösen. Für zwei typische Fälle gibt es eigene Formate:


  • Der Bedarf wechselt ständig. Wenn Gesetzesänderungen und Fachaufsichtsthemen schneller kommen, als sich Seminare planen lassen, ist die Fachsprechstunde das passendere Format: monatliche Fachbegleitung mit fester Lehrkraft und Themen aus dem Vorgespräch.

  • Das Problem liegt zwischen zwei Häusern. Bei Schnittstellen zwischen Jobcenter und Sozialamt hilft kein Wissenstransfer, sondern ein moderierter Prozess – dafür gibt es den Workshop Sozialamt trifft Jobcenter.





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  • aktuelle Informationen zu Fachthemen und Gesetzesänderungen,

  • Einladungen zu Vorträgen, Seminaren und Online-Formaten,

  • praxisnahe Fachimpulse und Methodentipps aus der Arbeit im Jobcenter-Kontext,

  • Hinweise zu neuen Qualifizierungsangeboten der Praxisakademie SGB II.



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